Meine Trikots
Warum so viele Trikots?
Das ist eine gute Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Eine vernünftige Antwort darauf habe ich bis jetzt nicht gefunden. Mit Sammelwut, Kaufrausch oder besonderer Verehrung hat es nichts zu tun. Warum also dann? Keine Ahnung! Aber zum Glück habe ich für keines den einstmals offiziellen Preis gezahlt. Oder es sind sowieso nachgemachte Billigshirts.
Die Trikots und ihre Geschichte, wenn sie denn eine haben.
Hätte gern noch das Schüler- oder Jugendtrikot von SuS Derne aus den ´6oer und ´70er Jahren. Durfte man ja nicht an sich nehmen. Wäre böse, böse gewesen! So fängt es erst mit meinem Schultrikot vom Albert-Einstein-Gymnasium von 1974 an.
Schulstadtmeister 1974 von Dortmund. I
m Kader
waren u. a. Peter "Petzi" Krickau (SuS Derne), Friedhelm Mützner (SuS
Derne), Diego Rodrigues (A-Jugend BvB, Rot-Weiß Lüdenscheid),
Christoph Sellerberg und Peter Fraßmann (A-Jugend BvB, Profi BvB, Tennis
Borussia 2. Liga, Preußen Münster). Leider habe ich kein
Mannschaftsfoto und an alle kann ich mich auch nicht erinnern.
Das AWO-Trikot (Das Trikot sieht man beim Sonntag) ist das letzte von vielen AWO-Ankleidestücken. Bevor wir ein Vernünftiges Trikot hatten, sind wir zu den AWO-Bundesturnieren in allen möglichen Aufzügen gefahren. Einmal hatten uns Mädels der Schneiderinnen-Ausbildungsgruppe Unna eine Kluft genäht, die mehr wie Schlafanzüge aussah, als nach Fußballerbekleidung.

Meine
Trikots vom BvB 09 habe ich mir 1997, 2001 und 2003 zugelegt. Das
Champions-Trikot sieht beknackt aus, war aber damals wohl modern. Es ist aber
das Trikot des größten Erfolges! Das schwarz-gelb gestreifte
Hemd hatte mir einfach gefallen, weil es für den BvB Mal ein ganz anderes
Design hat (zu sehen bei "Die 13"). Und das gelbe Hemd, mit dem international
gespielt wurde, hat einen tollen Tragekomfort.

Das
nachgemachte Real Shirt mit der 3 und dem Aufdruck "R. Carlos" hinten drauf
habe ich genau so, wie das Mimikri-ManU-Hemd mit der 7 und dem Namenszug
"Beckmann" oder wie der heißt, in Manafgat in der Touristenfalle "Basar"
erhandelt. Dies war im Oktober und das Ergebnis entsprechend
vorteilhaft für mich. Außerdem war meine blondhaarige Tochter dabei,
was die Aufmerksamkeit oder die Handelshärte des sabbernden
Gegenübers wohl um einiges herabsetzte!
Arsenal
FC ist meine Lieblingsmannschaft aus England. Als Jens Lehmann, den ich
persönlich kennen gelernt habe, auch noch dorthin wechselte, war es noch
ein Grund mehr, dieses Trikot bei einer guten Gelegenheit zu kaufen. Hinzu
kommt, dass mir der Kontrast Gelb zu Blau gefällt und das
Sauerstoffzeichen mehr wie ein Muster aussieht, als ein Werbeaufdruck. Bilde
ich mir jedenfalls ein! Übrigens ist Lehmann ein echt netter Mensch, der
auf dem Bolzplatz bei seinem ehemaligen Dortmunder Haus mit den Kids
gepöhlt und auch für Getränke gesorgt hatte.
Das echte
Manchester-United-Trikot habe ich bei der "Alten Liebe" auf der Hohen
Straße aus dem "Nachlass" eines verarmten Trikotsammlers abgestaubt.
Die "Alte Liebe" ist keine Kneipe, sondern ein Laden, in dem man unnütze, schöne und auch brauchbare Fußball-Accessoires bekommt. Tippkickfiguren mit Vereinstrikotbemalung, Fußballkuchenformen, Bücher, 11Freundeklamotten, Fußmatten etc. sind im Angebot.
Auf der Rückseite des Trikots ist eine Originalunterschrift, aber von wem?

Die Kaizer
Chiefs aus Johannesburg in der Republik Südafrika sind keine Mannschaft,
wie wir sie aus Europa oder Südamerika kennen. Hierzulande haben
sich Anno Tuck Männer zusammengefunden, die vor die Kugel treten
wollten. Diese sind dann auf die Idee gekommen, einen Verein oder einen
Club zu gründen. Kaizer Moutang, ein ehemaliger Soccerprofi
der Atlanta Chiefs aus der us-amerikanischen
Fußballliga, gründete 1969 die besagte Mannschaft, die erst nur
Einladungsspiele absolvierte. Jetzt ist sie eine der populärsten
südafrikanischen Mannschaften im Ligabetrieb.
Übrigens, die Kaiser Chiefs sind eine gute Band, haben aber mit den Kaizer Chiefs nichts zu tun, wie der Name ja schon sagt.

Koninklijk
Nederlandsche Voetbalbond, kurz KNVB; Oranje; Nederlandse Elftal, die
Holländer und auch Käsköppe. Alles Ausdrücke für
schönen Fußball! Ruud Gullit, Clarence Seedorf, Edgar Davids, Johan
Cruijff, Edwin van der Sar, Phillip Cocu, Dennis Bergkamp, Frank Rijkaard,
Marco van Basten, Rafael van der Vaart, Wesley Sneider, Dirk Kuyt, Robin van
Persie und Jaap Stam und viele mehr. Alle haben das Oranje-Shirt getragen, dass
nur wenigen der Begleiter zu einem Fußballolymp war. Mit ihren
Vereinsmannschaften haben sie Titel geholt, aber mit der Elftal nur einen.
Da ich
für den niederländischen Fußball schwärme (ich beim
Training in Holland) liegt es nahe, dass ich auch ein oder zwei
Trikots der Oranje besitze. Das hätte aber nicht sein müsse, denn
viele der Trikots waren bescheiden.
Aber als die Niederländer in den abgebildeten Trikots versuchten nach Japan und Korea zu fahren, gab es zum ersten Male gleich zwei Versionen (home und away), die ich rattenscharf fand. Nach dem sie sich nicht qualifizieren konnten, gingen die Preise sturzbachartig in den Keller und ich konnte zwei Schnäppchen machen!
Salzburg.
Eine Stadt mit hoher Kultur, aber was für ein Fußballverein! Die
alte Austria wurde zu Casino Salzburg, aber am Fußball hat sich nix
geändert. Casino wurde zu Wüstenrot Salzburg, aber am Fußball
hat sich nix geändert. Die Fans gingen zum Spül, denn man wollte
Fußball sehn. Dann kamen die Flügel, aber sie wurden nicht, wie in
der Werbung versprochen nur verliehen, sondern kauften den Club mit Haut und
Haar. Aus einem Fußballclub wurde ein Unternehmen der Freizeitindustrie
und der Vermarktung eines Produktes. Das neue Stadion wurde zum Erlebnistempel
für die ganze Familie und die neue Mannschaft schwingt sich zu ungeahnten
Höhen hinauf, damit Getränkeimage und sportliche Leistung im Einklang
sind. Das Wüstenrot-Supporters-Trikot habe ich auf einem Ramschtisch
gefunden.
Beim
Juvenachmachtrikot gehts nicht um Juve. Es geht um Pavel Nedved, um das Pferd,
um den blonden blauäugigen Engel, der anscheinend keinem Gegenspieler ein
Leid zufügen kann, um den Spieleentscheider, um den Kopf einer
Nationalmannschaft.
Gerne hätte ich mir in Prag ein Tschechisches Trikot gekauft, aber ich fand keines mit seinem Namen. Doof, nicht! Ein Fußballkumpel, danke Gottfried, brachte mir dieses Trikot aus seinem Italienurlaub mit.

Die drei
Nationalmannschaftstrikots haben keine richtigen Geschichten als Hintergrund.
Da wir WM-Stadt waren und hier eine Menge los war und es viel zu feiern gab,
blieb es nicht aus, dass ich auf einen der Verkaufsstände
stieß und ich mir in einem Anfall geistiger Umnachtung
Nachmachtrikots von Brasilien und Frankreich zulegte. Wobei man mir zu Gute
halten sollte, dass ich das Spiel der Franzosen und Sokrates, Ronaldinho und
Dida ganz gut finde.
Das
UdSSR-Baumwoll-Trikot kaufte ich mir Mal irgendwann. Ich fand die "Russen" eine
Zeit lang spielerisch ganz toll. Also, warum nicht etwas, wie bei den anderen
Trikots auch, auf sich abfärben lassen. Bei diesem Trikot funktioniert das
übrigens! Der Nebeneffekt ist, dass es immer wieder Leute gibt, die ganz
geschockt sind, dass man ein kommunistisches Trikot über den
demokratisch-marktwirtschaftlich ausgebildeten Körper streift.
Es gibt die unterschiedlichsten Gründe und Motivationen, warum ich mir diese Trikots zugelegt habe. Es ist nichts dabei, was man mit Logik und Ratio erschließen kann. Es ist genau so, wie bei meiner Vorliebe für Fußball, aber fürs Selberspielen. Dafür lasse ich fast jedes andere Spiel unbeachtet.
Denn wie sagte Sir Peter Ustinov: "Fußball beherrscht den Teil im Hirn des Mannes, der sich weigert erwachsen zu werden."