Sonntag oder Wiemers Ground

 

Pässe über 50 Meter  

Was treibt "alte Männer", es sind zum Glück auch einige jüngere dabei, bei Wind und Wetter und bei Wärme und Sonnenschein nach draußen auf die Wiese zum Pöhlen?! Dies hier: "Fußball beherrscht den Teil im Hirn des Mannes, der sich weigert erwachsen zu werden." (Sir Peter Ustinov)

Auf dem Platz zwischen Märkischer, Skell- und Konrad-Glocker-Straße, auf der Rückseite von Wiemer & Trachte sieht man jeden Sonntag bis zu 18 bunt gekleidete 16-bis-50-Jährige hinter einem Ball herjagen. Und dies schon seit irgendwann in den 90ern des letzten Jahrtausend. Damals trommelte Gerd, der leider an Krebs sterben musste, Nachbarn und Bekannte zusammen, um ein Mal im Monat gemeinsam zu spielen. Daraus wurde eine 14-tägliche Veranstaltung; jetzt ist es eine wöchentliche.

 

Das Spielniveau ist hoch. Die 50-Meter-Pässe sind entsprechen: 22 m hoch und 6 m weit. Und wie man sehen kann, gibts auf traumhaften Grün präzise Schüsse! Wir haben alle dabei, den Wasserträger, den Stehgeiger, den Marathonman, den Kopprunterunddruff, den Techniker, den Gewichtigen, den Spargeltarzan, den Besserwisser, den Meckerer, den Stoiker, den Flucher, den Arbeitslosen, den Millionär, den Schüler, den Studierten, den Harten, das Weichei, also alles, was das Leben so bietet. Und das ist gut so.

 

Alle kommen, weil sie Spaß haben und auch nach dem Toben über den Fußballgott und die Fußballwelt reden wollen. Da wird fabuliert, diskutiert, sinniert, transpiriert, argumentiert und ab und an auch uriniert (ganz weit hinten im Gebüsch, wo es niemand sehen kann).

Gemeinsam der Gerstenkaltschale fröhnen, auch Wasser oder nichtisotonische Süßgetränke zu sich nehmen, sind dabei gern angewandte zusätzliche Beschäftigungen. Und wenn es kälter sein sollte und / oder der Regen niederprasselt, dann lässt sich immer ein kuscheliges und warmes Plätzchen finden.

Was hat es bis zum Jahresende 2006 für einen Gaudi gemacht, die bei Decathlon gekauften Stangentore mit Netz gemeinsam aufzubauen. Na ja, gemeinsam war immer so eine Sache.

So vier bis sechs haben es gemacht, andere mussten sich erst umziehen und gemeinsam über das Spiel von Borussia philosophieren oder gar so spät kommen, bis sie sicher sein konnten, dass die Tore standen.

Jetzt ist uns dieses Erlebnis verwehrt. Die Stadt hat einfach, ohne uns zu fragen, Tore aus Metall auf die Wiese gestellt. Dies dann auch noch, ohne die Platzabmessungen dabei in Betracht zu ziehen.

Die Umkleidekabine ist immer dabei. Wenn es richtig matschig ist, hat der erfahrene Spieler immer etwas Sauberes und Trockenes bei Fuß. Wer aber nicht so weitsichtig war, der

steht zu Hause vor der Tür und kann froh sein, wenn er rein gelassen wird. Ein leicht unterwürfiger Gesichtsausdruck kann hilfreich sein, so wie bei diesem Matsch- und Schlammrutscher. Ob er allerdings seinen Sonntagsnachtisch bekommt, weil er seine Wäsche so dreckig gemacht hat, ist fraglich!

Unsere Spielwiese. Wir spielen im unteren Bereich und nicht um den Knick rum! 

Und dann gibt es noch jedes Jahr im Juni unsere Turnierteilnahme! Aber da gibt es ja noch eine Extraseite Turnier anzuschauen!