Freitag oder "Die andere Seite der Straße"
Die andere Seite der Straße
Die Straße in Dortmund ist die B1. Hier quält sich der Verkehr von West nach Ost und wieder zurück durch die Stadt. Und wenn der BvB ein Heimspiel hat, dann geht für ein Paar Stunden fast gar nichts mehr; obwohl, es muss ja irgendwie weitergehen, sonst wäre die B1 nicht kurz vor Spielbeginn wieder frei. Warum alle zu Borussia über die B1 fahren? Weil das Westfalenstadion 400 Meter südlich liegt.

Und wir spielen am Freitag ab 18 Uhr 200 Meter nördlich der B1.
Als die große Absahnzeit von Amoroso und Co und die Geldvernichtungszeit
von Niebaum, Meier und Co waren, war plötzlich das Wort von der anderen
Seite der Straße im Raum, also in der von Männerschweiß
geschwängerten Luft der Umkleidekabine. Wir halten zwar zu Borussia, aber
nicht zu dieser abgehobenen "Elite", die den Fußball kaputt macht, weil
es nur noch um Geld, Kaufkraft und Entertainment geht. Das ist nicht unsere
Welt, auch im Stadion, beim Profifußball nicht. Deshalb: Die andere Seite
der Straße! Übrigens: Im Süden wohnen die Reichen und
Möchtegernreichen, im Norden der Rest!
Das Spiel

Hallenfußball! Hallenfußball ist
geprägt von seiner Schnelligkeit, seiner Technik und Taktik, seiner
Kondition und seinem, wie sollte es auch anders sein, Bier danach.
Dieses Bier danach dient zur Entspannung, um dann gezielt und konzentriert die Fehleranalyse durchführen zu können.
Legendär ist das immer wiederkehrende Fazit: "Ich fands heute geil!" "Klaus, kannse Ma für fünf Minuten die Schnauze halten?" "Ich sach nur, es war heute einfach geil! Wie fandet Ihr das denn?"
So hochklassig kann angewandtes Fachwissen sein! Immer präzise und immer ohne die Erkenntnis, dass es auch wieder anders kommen könnte.
Die Saisonvorbereitung
Da wir unseren Sport sehr ernst nehmen, ist auch stehts eine exzellente Vorbereitung nötig. Hier wird nicht geschlampt und geschludert! Technik haben wir von Geburt an, also brauchen wir daran nichts zu tun. Taktik ist uns von Gott gegeben und hat sich seit der F-Jugend nicht geändert, also, warum sich Gedanken machen. Schnell waren wir schon immer, auch wenn wir nur noch schnell müde sind.
Aber Müdigkeit hat ja was mit Kondition zu tun. Und daran
kann man immer arbeiten! Was wir deshalb brauchen,
sind Reserven.
Deshalb: Kalorien
zu sich nehmen und in den üblichen Körperteilen anlagern. Es gibt
natürlich immer wieder Mitspieler, bei denen der Schlendrian einzug
hält. Darum auch die beiden abschreckenden Beispiele von Michael und
Klaus. In der Mannschaftssitzung wurde schon erwogen, die beiden auf Bulimie
untersuchen zu lassen, denn es ist verbürgt, dass die beiden schon beim
Sich-Übergeben nach reichlichem Genuss von Gerstenkaltschale beobachtet
wurden!

Um Mal
anschaulich zu demonstrieren, wie ein richtiger Hallenpöhler nach einer
gewissen Zeit auszusehen hat, werden an dieser Stelle zwei vorbildliche Akteure
gezeigt, die sich fast bis zum Zusammenbrauch verausgaben.
Um
wieder zu Kräften zu kommen, werden keinerlei Dopingmittel verabscheut und
auch ungehemmt eingesetzt.
Wobei Bier und Zigaretten noch die harmlosesten sind. Es soll ja "Sportler" geben, die selbst vor Gummibären, Schokolade und anderen Süßwaren nicht zurück schrecken!
Der Kader

Der Kader ist
großartig und umfasst 13 Spieler. Manchmal stehen wir zu Zweit
oder zu Dritt dumm rum und dann (sehr, sehr selten!) kommen alle 13.
Vier gegen Vier ist das von allen geliebte Spiel. Keine Auswechselungen und ein
Durchspielen bis zum Zusammenbruch. Fünf gegen Fünf geht auch. Alles,
was danach kommt wird schwierig, denn dann gibt es drei Mannschaften und der
Turnierkarakter lässt schon Mal Härte oder Emotion der negativen Art
aufkommen. Aber, wie sagte ein Gastronom und nebenamtlicher Trainer aus
dem Frankfurter Raum: "So ist Lebbe!"
Und wie
das Leben so spielt, gibt es Mitspieler, die sorgenfrei jeden Spieltag
auflaufen können. Andere haben ab und an oder auch regelmäßig
ihre Verpflichtungen, die wichtiger sind, als Pöhlen. Und wieder Andere
haben einen Job, bei dem sie nicht immer so können, wie sie es gern
hätten.

Richtig problematisch wird es nur, wenn wieder einmal kein Bier da ist.
Dann sinkt die Stimmung auf den Nullpunkt und das Spiel war dann auch nicht
mehr so geil. So ist es, wenn der Haushalt des Wassers, der Elktrolyte und der
Endorphine durcheinander kommen. Deshalb ist nach dem Spiel immer noch Trinken
vor dem Duschen!