Wissenschaft
Das Märchen vom schneller werdenden Ball
Bei nassem Rasen einfach aus der Distanz drauf schießen, beim Aufticken wird der Ball schneller. Dieser Spruch ist einfacher Quatsch!
Wer in Physik nicht gepennt hat, müsste schon vehement Zweifel anmelden. Aber was glaubt man nicht alles, wenn es um die Magie des Balles geht.
Im Fußball haben wir es mit einer horizontalen Bewegung zu tun. Wenn der Ball auf einem nicht so glatten Belag aufprallt, dann prallt er wieder ab, dabei gleitet er allerdings eine gewisse Strecke über den Boden. Hierbei verliert er durch die Reibung an horizontaler Energie, denn die Reibungsenergie geht zwar nicht verloren, wird aber in Wärme und Ballrotation umgesetzt. Die Wärme ist minimal, die Rotationsenergie hingegen wesentlich höher. Beim Aufprall wird die Unterseite des Balles abgestoppt und die Oberseite bewegt sich weiterhin fort, so kommt es zur Rotation, die im Extremfall zu einem Rollen des Balles wird. Die horizontale Energie beträgt nur noch drei Fünftel.
Jetzt zum nassen Rasen, wobei der Idealfall ein satt feuchter Rasen ist ohne einen höheren Wasserbelag auf dem Boden. Hier verliert der Ball natürlich weniger an Energie, dafür ist die Gleitphase länger. Also auch hier Enegieverlusst wenn er auch wesentlich geringer ist! Da der Ball aber nicht so hoch abspringt, wie bei trockenem Untergrund, nimmt das menschliche Auge und das Gehirn, welche Informationen auf Grund von Erfahrungen verarbeiten, den Energieverlusst nicht wahr. Daher hat ein Torwart auch mehr Schwierigkeiten einen flacher abspringenden Ball zu halten. Zudem dauert es (auch physikalisch bedingt) länger aus dem Stand nach unten auf den Boden zu springen, als mehr waagerecht.