Gilt auch beim Pöhlen

Fair Play, das auch beim Pöhlen gilt

Pöhlen sollte ja mit Vorsicht betrieben werden. Übertriebener Körpereinsatz oder gar absichtliches Foulspiel gehört ja sowieso nicht dazu. Wenigsten dort, wo ich spiele, nicht. Trotzdem schleichen sich immer wieder Verhaltensweisen ein, die den anderen Spieler unfair benachteiligen. Meistens lässt sich das ganz schnell klären. Es gibt aber auch ein Paar Regelverletzungen, die nicht absichtlich, aber immer wieder gerne gemacht werden.

Übrigens: "Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kannder Schiedsrichter auch nichts mehr machen!" Andy Brehme

Sperren mit und ohne Ball

Grundsätzlich: Sperren mit Ball ist erlaubt. Aber was ist korrektes Sperren?! Beim Sperren darf nur der Oberkörper eingesetzt werden. Sperren mit den Armen wird als unerlaubtes halten bewertet. Das Rausstrecken des Hinterns oder der Beine ohne den Ball zu berühren ist auch nicht erlaubt. Der korrekt sperrende Spieler muss in der Lage sein, den Ball zu spielen. Dies bedeutet, dass der Ball höchstens 2 Meter entfernt sein darf. Wird der Ball gesperrt, darf der Sperrende von hinten mit der Schulter an der Schulter (inklusive des Schulterblatts), also korrekt, gerempelt werden.

Sperren ohne Ball wird auch sehr gerne gemacht. Der Internationale F A Board führt dazu aus. "Wenn ein Spieler absichtlich die Arme ausstreckt, von einer Seite auf die andere tritt, seine Arme auf und ab bewegt, um den Gegner zu hindern, ihn dabei aber körperlich nicht berührt, hat der Schiedsrichter den Spieler wegen unsportlichen Verhaltens zu verwarnen und einen indirekten Freistoß anzuordnen."

Der Torwart

Der Torwart ist die ärmste Sau. Für 80 Prozent der Gegentreffer kann er nichts. Die anderen verschweigen wir hier lieber, weil ich dann in einem schlechten Licht dastehen würde. Nur soviel: Olver Kahn hat mich zum Pannenvorbild ernannt und das heißt ja schon einiges!

Der Torwart darf aber den Ball mit der Hand spielen. Wenn er den Ball unter Kontrolle hat, darf er nicht angegriffen werden.

Der DFB sagt in den offiziellen Regeln dazu: "Es gilt als Kontrolle des Balles durch den Torwart, wenn dieser ihn mit irgendeinem Teil des Armes oder der Hand berührt. Zum Ballbesitz zählt es auch, wenn der Torwart den Ball absichtlich von der Hand oder dem Arm abprallen lässt. Hiervon ausgenommen ist der Fall, dass der Ball nach Ansicht des Schiedsrichters zufällig vom Torwart wegspringt, zum Beispiel nach einer Rettungsaktion."

"Wenn ein Torwart den Ball hält, ist ein Fußangriff gegen ihn grundsätzlich verboten. Dabei gilt bereits das Berühren de Balles mit einem Finger als Halten." (aus: Schiedsrichter im Fußball; Ein Lehrbuch für Schiedsrichter... 3.Auflage.)

Absichtliches Handspiel

Was absichtliches Handspiel ist, wissen wir doch alle! Wenn die Hand oder auch der Arm aktiv zum Ball gehen!

Das stimmt zwar, aber es kommen noch ein Paar Feinheiten dazu. Wo hört der Arm auf und wo fängt die Schulter oder die Brust an. Es wird immer wieder gerne der Ball im Laufen mit dem Schultergelenk mitgenommen oder gar das Schultergelenk aktiv gegen den Ball gedrückt, damit er nach vorne in die Laufrichtung springt. Beides ist eindeutiges verbotenes Handspiel.

Liegt jemand mit ausgestreckten Armen am Boden und der Ball springt dagegen, ist es Handspiel, den die Armhaltung ist für den Fußball nicht normal. Genau so ist es, wenn der Abwehrspieler mit abgewinkelten Armen seine Körperfläche vergrößert. Springt der Ball dagegen ist es absichtliches Handspiel, da von vorn herein in Kauf genommen wurde, dass der Ball dagegen prallen kann.

"Deutlich ging der Ellenbogen zur Hand!" Werner Hansch

Rempeln

Rempeln ist eine erlaubte Spielweise. Man darf den Gegner dadurch vom Ball trennen, oder den Ball, den man führt, verteidigen. Das heißt, dass der Ball, wie beim Sperren auch, unmittelbar gespielt wird oder werden kann.

Korrektes Rempeln erfolgt bis auf eine Ausnahme (siehe Sperren) immer von der Seite, Schulter gegen Schulter. Dabei muss ein Bein am Boden sein oder eine parallele Laufrichtung erfolgen.

Sobald der Ellbogen herausgestreckt wird oder gar der ganze Arm angehoben wird, ist dies sofort eine Regelwidrigkeit.

Auch kann mit der Schulter korrekt gerempelt werden, wird aber die Wucht des ganzen Körpers hineingelegt, gleichzeitig die Hüfte eingesetzt oder gar das Bein, ohne den Ball dirket zu spielen, oder das Knie herausgestreckt, ist es ein Foul und wird als heftiges oder gefährliches Rempeln bezeichnet.

Täuschen

Hier ist natürlich nicht das sogenannte Verladen des Gegners durch gekonnte Ballbehandlung, durch eine Körperfinte oder beim Elfmeter gemeint.

"Spezialisten" gehen ballführend auf einen Gegenspieler zu und haben ein oder zwei Anspielstationen. Links den Heinz und rechts den Karl. Es wird "Heinz" gerufen und Karl angespielt.

Bumms: Unfaires Täuschen!

Es kommt eine Flanke in den Strafraum. Der Abwehrspieler könnte den Ball abwehren. Hinter ihm ruft jemand "Leo!". Dieser Rufer ist aber nicht der eigene Torwart, sondern Gegenspieler Pfiffig! Der Abwehrspieler lässt durch und der Angreifer freut sich.

Bumms: Unfaires Täuschen!